Demonstration/Kundgebung im Rahmen des Warnstreiks an der Uniklink Freiburg am 14.12.17

Liebe Leute,

da gestern die erste Tarifverhandlungsrunde an der Uniklinik Freiburg ohne Ergebnis zu Ende ging, hat ver.di nun am kommenden Donnerstag, 14.12., zum Streik aufgerufen.
Um 14:30 Uhr wird es ab dem Torbogen der Uniklinik eine Demonstration geben, die gegen 16 Uhr in eine Schlusskundgebung auf dem Platz der Alten Synagoge enden wird.

Wir unterstützen die Streikenden und werden bei den Aktionen unsere Solidarität zeigen. Denn es gilt nach wie vor:

Mehr von euch ist besser für alle!

Die Arbeitsbedingungen für Pflegekräfte in deutschen Krankenhäusern sind unverantwortlich: Mit 13 zu versorgenden Patient*innen pro Pflegekraft zählt die BRD zu den EU-Schlusslichtern. Diese Arbeitsüberlastung hat zum einen dramatische Folgen für die Patient*innen: Hygienemängel und daraus folgende Infektionen, auf Grund von Zeitmangel übersehene Probleme, lange Wartezeiten auf Medikamente und Behandlung, ganz zu schweigen von dem untragbaren Zustand, kaum Zeit für Zuwendung und empathische Gespräche zu finden. Zum Anderen bringen die Beschäftigten ihre eigene körperliche und seelische Gesundheit in Gefahr.

Die Hauptursache für diese katastrophale Situation ist das pauschalisierte Abrechnungssystem der DRGs, das die Krankenhäuser in wirtschaftliche Konkurrenz zwingt. Um wettbewerbsfähig zu bleiben, müssen die Fallzahlen erhöht werden – durch profitable Operationen und verkürzte Liegezeiten von Patient*innen – und die Kosten gesenkt werden – durch den Abbau von Personal, durch minimierte Lohnkosten und Prekarisierung.

Auch in der Universitätsklinik Freiburg herrschen diese Zustände. Doch die Beschäftigten in der Pflege wollen das ändern: In der aktuellen Tarifrunde fordern sie von den Uniklinika Baden-Württemberg 

1. eine festgeschriebene Mindestpersonalausstattung

2. sichernde Maßnahmen, wenn diese von Arbeitgeberseite nicht eingehalten wird.

Wir Kritischen Mediziner*innen unterstützen diese Forderungen, denn von Kommerzialisierung und Personalmangel im Krankenhaus sind wir alle betroffen:
Einerseits als Beschäftigte im Gesundheitswesen: Medizin ist Teamarbeit – Zeit- und Kostendruck be- und verhindern die sorgfältige und verantwortungsvolle Behandlung von Patient*innen.

Andererseits als potentielle Patient*innen: Jede und jeder von uns kann eines Tages schwer krank im Krankenhaus liegen und von mangelnder Versorgung betroffen sein.

Wir rufen dazu auf, sich an der Demo für Entlastung und für mehr Personal am Donnerstag, 14.Dezember 2017, zu beteiligen.

Treffpunkt ist um 14:30 Uhr am Torbogen Uniklinik Freiburg. Die Demonstration führt durchs Klinikumsgelände in die Stadt zum Platz der alten Synagoge. Dort findet um ca. 16:00 Uhr eine Abschlusskundgebung statt.

Gesundheitsversorgung geht uns alle an – ob Beschäftigte im Gesundheitswesen, (potentielle) Patient*innen oder Angehörige. Beteiligt euch an den Aktionen und zeigt euch solidarisch mit den streikenden Beschäftigten!

Wir brauchen Entlastung jetzt!

Mehr Informationen findet ihr unter folgenden Links:

Facebook-Veranstaltung zur Demo/Kundgebung

Flyer zur Kundgebung

Facebook-Seite des Bündnisses “Entlastung jetzt!”

Homepage von Teamdelegierten der Uniklinik mit aktuellen Infos zur Tarifrunde, Entlastung und Mindestpersonalbemessung

 

Entlastung jetzt!

Im September hat das Bündnis “Entlastung jetzt – Südbaden für mehr Personal im Krankenhaus”, an dem auch wir Kritischen Mediziner*innen beteiligt sind,  das Thema des Pflegenotstands in die Öffentlichkeit getragen.

Zum einen wurde eine Podiumsdiskussion mit dem Titel “Wenn das Krankenhaus krank macht – was wir gegen den Pflegenotstand tun müssen” veranstaltet, die großes Interesse fand. Ein Interview eines Aktivisten zu dieser Veranstaltung findet ihr hier.

Zum anderen haben am 21. September etwa 700 Menschen in Freiburg für bessere Arbeitsbedingungen demonstriert. Einen Bericht über die Demonstration findet ihr hier.

Wenn ihr mehr über die Arbeit des Bündnisses erfahren wollt oder euch über aktuelle Veranstaltungen informieren wollt, besucht doch die Facebookseite des Bündnisses.

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